Diabetikerversorgung

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit umfasst die Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms (DFS), insbesondere die Vorbeugung von DFS-Schäden.
Bei Diabetikerfüßen besteht eine sehr hohe Verletzungsgefahr, da sie oftmals einen schleichenden Verlust der Tiefen- sowie Oberflächensensibilität haben. Dadurch verlieren sie die Fähigkeit eventuelle Druckstellen zu spüren. Einmalig entstandene Verletzungen heilen nur schwer zu und führen schlimmstenfalls zum Verlust von Fußteilen bis hin zur Amputation des gesamten Fußes.

 

Um diesem Problem vorzubeugen, fertigen wir diabetische Maß- und Schutzschuhe, die denselben hohen Standard wie unsere orthopädisch gefertigten Maßschuhe aufweisen. Mit diesem Konzept kann eine gezielte Druckentlastung vorgenommen und die Therapiewirkung genauestens kontrolliert werden.
Am Anfang jeder diabetisch adaptierten Einlage oder Fußbettung steht eine genaue Erhebung der Krankheitsgeschichte mittels unseres Anamnesebogens.
 
Im nächsten Schritt nutzen wir ein spezielles Messverfahren, die Pedographie, zur Erfassung der Druckpunkte an der Fußsohle. Dabei misst eine elektronische Sensorfolie die unmittelbar auf den Fuß einwirkenden Kräfte. Die exakten Druckbelastungen, barfuss wie auch im Schuh, lassen sich auf diese Weise messen und auswerten. Nach den insgesamt drei Messungen werden die Daten am PC bearbeitet. Dies bildet die Grundlage für die optimale Weichschaum-Fußbettung. Mit dieser individuellen Fußbettung wird der Bodendruck großflächig verteilt, während die Druckspitzen auf andere Teile der Fußregion verlagert werden.
Unmittelbar bei Auslieferung Ihrer Weichschaum-Fußbettung wird eine Kontrolle der Druckverteilung mit dem neuen Fußbett vorgenommen. Es versteht sich von selbst, dass eine regelmäßige Kontrolle der orthopädischen Hilfsmittel unerlässlich ist, um jeder Veränderung und damit Ihren Wünschen langfristig gerecht zu werden.
 
Eine langjährige Diabeteserkrankung kann schließlich zu einer Fußdeformierung bis hin zum Zusammenbruch des Fußskeletts führen (Osteoarthropathie). Dieses Krankheitsbild, Charcotfuß genannt, wird von uns mit einem Arthrodesenschuh versorgt. Neueste Materialien ermöglichen es uns, das Gewicht der Arthrodesenschuhe im Vergleich zu Schuhen mit herkömmlichen Versteifungsmaterialien deutlich zu reduzieren.
Somit sind wir als Spezialist in der Lage, auch schwerste Fußdeformitäten optimal zu Versorgen.